Diese Tage häufen sich und es scheint, als wollen sie garnicht mehr aufhören. Die Rede ist von diesen Tagen, an denen ich nichts mit mir anzufangen weiß. An denen ich mich am liebsten stundenlang unter meiner hellblauen Bettdecke verkriechen will, um mich vor all dem Ärger dort draußen zu verstecken. Noch besser wäre es doch, wenn ich das alles verschlafen könnte. Ja, einfach einschlafen und erst aufwachen wenn die Welt wieder in Ordnung ist. Das wäre schön! Aber weil das nicht möglich ist, muss ich mich wohl oder übel weiterquälen, mit dem zerreißenden Gefühl versagt zu haben und nicht die Chance zu bekommen, es je wieder gut machen zu können. Und dann ist da noch diese Angst, die Personen, die ich am meisten liebe, zu verlieren. Einige sind schon gegangen und auch die Anderen werden sich verabschieden, nach und nach. Sie geben mir die Schuld daran und wahrscheinlich haben sie Recht denn diese Momente, in denen ich selbst nicht weiß, was mit mir los ist, mich alles anpisst und mich jeder nervt, werden immer öfter zu meinem Begleiter. Vielleicht ist aber auch dieser leise Gedanke nicht gut genug zu sein, nicht nur eine schwache These, sondern die handfeste und schmerzende Wahrheit. Wo kommen all die Zweifel her, die mir ins Herz geschlichen sind und mir in letzter Zeit so viele Fragen stellen? Ich denke nach, doch es ist wie
Schaukeln. Zwar bin ich eine Zeit lang beschäftigt, komme aber nach kurzer
Zeit nicht weiter. Kann es etwas grausameres geben? Welch anderes Gefühl zerreißt die Menschen so sehr, dass sie sich fallen lassen wollen? Menschen sind stark, oft sogar stärker als sie glauben. Sie halten Trauer und Wut stand, Angst und Misserfolgen. Doch einem kann niemand von uns entrinnen. Der Verzweiflung. Sie kommt leise und schleicht sich in unsere Herzen, umfasst sie mit ihren eisigen Fingern. Wir können ihr nicht entfliehen, genauso wenig wie wir vor uns selbst wegrennen können. Und wenn wir ehrlich sind, wollen wir gar nicht fallen. Wir tun, als wäre uns das alles gleichgültig, doch so ist es keinesfalls. Man sagt, dass man manchmal ein Stück alleine laufen muss, nur um sich selbst zu deutlich zu machen, dass man es kann. Aber es gibt nunmal Sackgassen, in dem Leben jedes Menschens, aus denen er alleine nicht herausfindet. Wir wollen weder fallen noch sterben. Wir suchen jediglich nach jemandem, der uns rettet. Nach dem Menschen, der sieht und liebt, was hinter der Maske ist. Nach dem, dem wir nichts beweisen müssen weil er uns ehrlich schätzt, in guten wie in schlechten Zeiten. Nach dem, der bei uns bleibt und uns lächelnd Hoffnung schenkt, während alle anderen Abstand nehmen. Sag mir, geht es dir vielleicht so wie mir, dass man manchmal einfach nicht mehr weiß wofür?
Donnerstag, 13. Dezember 2012
Sonntag, 7. Oktober 2012
#6
Ich habe stundenlang nach einer Lösung gesucht dich zu vergessen. Mein Plan war es, stark zu sein und zu gehen, bevor es zu spät sein würde. Doch egal wie weit ich lief, überall hast du mich eingeholt. Es wollte einfach nicht klappen, also kam ich zurück. Liebt man einen Menschen, so wirklich von ganzen Herzen, so muss schon ein Wunder geschehen, um einen von ihm loszubekommen. Manchmal ist die Stimme des Herzens nunmal lauter, als die des Verstands. Und manchmal, wenn wir ganz viel Glück haben, werden wir dafür dann sogar belohnt.
Mittwoch, 19. September 2012
#5
Die letzten vier Tage habe ich mit einem Jungen verbracht, der deinen Duft trägt. Wir saßen zusammen im Bett und haben gelacht bis mir der Bauch wehtat. Und dann habe ich meine Augen geschlossen und dich gesehen, oder besser gesagt uns, wie wir oft unter Tränen lachten und ich habe an unseren ersten Kuss gedacht und daran, wie ich mein Gesicht immer in meine Bettwäsche gedrückt habe, weil sie so unheimlich gut roch und zwar nach dir. Dein Geruch war meine Heimat und daran sollte sich nie was ändern. Es ist jedoch auch nicht so, als dass ich seine Nähe nicht genoßen hätte, doch er ist nur ein Freund. Jemand, mit dem ich nichts anfangen werde, auch wenn ich mir das schon oft gesagt und mich letztenendes dann doch nicht daran gehalten habe. Und wenn ich so drüber nachdenke, über diese 5931 Jungs in meinem Umfeld, fällt mir auf, wie oft ich versucht habe, dich durch sie zu ersetzten. Ich habe mich umgeschaut und nach Menschen gesucht, die mich interessieren. Habe Ausschau gehalten, nach Augen, die mich mit ihren Blicken fesseln und nach Mündern, die mir mit einem einfachen Lächeln den Atem rauben. Ich habe es wirklich versucht und dachte ein paar Mal, ich hätte es gefunden. Doch bevor es ernst wurde, bin ich immer abgehauen. Nicht selten lag ich in fremden Armen und habe mich eigentlich nur nach dir gesehnt. Es war, als hätte ich mit einem Fremden geschlafen und uns beide dabei betrogen. Seine Berührungen waren überall dort, wo deine auch waren. Doch sie waren keinesfalls die selben. Es war keine Vertrautheit zu spühren und Liebe erst recht nicht. Es waren nichts als Berührungen, die mich nicht berührt haben. Denn sie haben kein Kribbeln in meinem Bauch erzeugt und seine Küsse haben auch nicht geschmeckt wie deine. Er hat mich nicht angesehen, wie du es getan hast und gesagt, wie süß er es findet dass ich doch so kitzelig bin, hat er auch nicht. Und nachdem er fertig war, schliefen wir nebeneinander und als wir morgens aufwachten, war er mir noch unbekannter als am Abend zuvor schon. Und jetzt, einige Wochen später, ekel ich mich vor mir selber. Ich fühle mich dreckig, benutzt und wünschte, ich hätte es nicht getan.
Montag, 17. September 2012
#4
Inzwischen bin ich an diesem Punkt angekommen, wo ich denke, dass es gut ist, wie es ist. Es ist eine kleine Mauer zwischen uns, über die wir dennoch ab und zu rüberblicken, nur um uns zu vergewissern, dass der andere noch da ist. Doch hauptsächlich schützt sie uns vor unüberlegten Taten, die uns nur weiter ins Pech stürzen würden. Und auch, wenn ich dich und unsere Zeiten manchmal vermiss, ist es gut so. Denn es gibt kein gemeinsames Ziel, jeder geht seinen eigenen Weg. So soll es anscheinend sein. Und wenn nicht, dann finden wir schon wieder zu einander. Denn vielleicht sind wir auch dazu bestimmt, uns in zwei oder drei Jahren im Café weit weg von hier auf ein Stück unseres Lieblingskuchens zu treffen. Wir würden uns unterhalten, über's hier und jetzt und über längst vergangene Momente. Wir würden lachen und ich würde dich fragen, wie es dir geht, was aus dir geworden ist und was von der Person übrig blieb, in die ich mich einst so verliebte. Es mag sein, dass heutiger Ort und Zeit einfach nicht zu uns passen. Vielleicht haben wir unsere großen Augenblicke noch vor uns, wer weiß das schon. Und wenn du irgendwann vorhaben solltest, mich nochmal ernsthaft zu glücklich zu machen, lass es mich wissen. Doch jetzt werde ich nicht länger warten, weder auf dich, noch auf sonst jemanden. Ich werde noch heute mein Glück selbst in die Hand nehmen, denn ich bin es leid immer nur zuzusehen. Und falls unsers einmal zurückkommen sollte, werde ich es fest an mich drücken und nie mehr los lassen.
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